Alptraum Haarausfall: Welche Ursachen und Arten es gibt

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ir alle wollen es: volles, dichtes Haar. Es steht für Vitalität und Gesundheit und zählt weltweit zu den begehrtesten Schönheitsmerkmalen. Aber leider ist eine Traummähne gar nicht so selbstverständlich. Oft machen uns die Gene oder andere Einflüsse einen Strich durch die Rechnung. Unsere Haare fallen aus und der Traum von der glänzenden Prachtmähne verschwindet langsam hinter der Realität. Hier erfährst Du mehr über mögliche Ursachen und Arten von Haarausfall.

 

 

Vorab solltest Du den Lebens-Zyklus des Haares kennen. Er lässt sich in drei Phasen aufteilen. Die Wachstumsphase (Anagenphase), Übergangsphase (Katagenphase) und die Ruhephase (Telogenphase).

 

Wachstumsphase

In dieser Phase befinden sich circa achtzig Prozent der Haare. Hier wird das Haar gebildet. Durch ständige Zellteilung wächst es und wird dicker. Diese Phase ist die längste und dauert circa zwei bis sieben Jahre.

 

Übergangsphase

In der Phase kommt es zu einem Stillstand des Wachstums. Die Haarwurzel wird nicht mehr mit den nötigen Nährstoffen versorgt und die Zellen hören auf sich weiter zu teilen. Diese Phase dauert circa zwei Wochen.

 

Ruhephase

In der Ruhephase befinden sich etwa acht bis vierzehn Prozent der Haare. Der Haarfolikel ruht, das Haar verkümmert und fällt schließlich aus. Nach circa drei bis vier Monaten bildet die Haarmatrix ein neues Haar und der Zyklus beginnt wieder von Neuem mit der Wachstumsphase.

Wichtig: Beim Haarebürsten oder -waschen, fallen die Haare aus, die sich sowieso schon aus der Kopfhaut gelöst haben. Wenn Du Deine Haare also jeden zweiten oder dritten Tag wäschst, kann Dir die Menge der ausgefallenen Haare natürlich etwas mehr vorkommen. Im Endeffekt sind das aber nur die Haare der letzten Tage.

 

Im Durchschnitt fallen jedem Menschen circa 60-100 Haare pro Tag aus. Das sind die Haare, die sich am Ende der Ruhephase befinden und in der darauffolgenden Wachstumsphase von neuen Haaren ersetzt werden. Wird dieser Haarzyklus jedoch durch Faktoren, wie Stress, falsche Ernährung, hormonelle Veränderungen, Krankheit oder Medikamente gestört, kann es zu Haarausfall (Alopezie) kommen.

 

 

 

Die verschiedenen Arten von Haarausfall

 

Anlagebedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie)

Der anlagebedingte Haarausfall ist genetisch bedingt und die häufigste Form des Haarausfalls. Hierbei verkleinern sich die Haarfolikel und produzieren nur noch eingeschränkt, bis die Haare letztendlich ausfallen. Diese Form tritt sowohl bei Männern als auch bei Frauen auf. Während sich beim Mann zum Teil eine Glatzenbildung bemerkbar macht, lichtet sich bei der Frau lediglich das Haar am Oberkopfbereich.

Da der androgenetische Haarausfall, wie der Name verrät, genetisch bedingt ist, gibt es leider keine wirksame Maßnahme, um das Ausfallen der Haare zu verhindern. Wird er aber frühzeitig festgestellt, kann der Haarausfall durch die richtigen Produkte abgeschwächt oder hinausgezögert werden.

 

Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)

Beim kreisrunden Haarausfall handelt es sich um eine entzündliche Form des Haarausfalls. Hierbei erleidet die Haut eine entzündliche Erkrankung, ohne dabei klassische Anzeichen wie Rötungen oder Schuppenbildung aufzuweisen. Die Haare fallen dabei nur in kreisrunden, abgegrenzten Bereichen aus. Meist ist nur das Kopfhaar betroffen, in seltenen Fällen aber auch Bart, Augenbrauen oder Wimpern. Auch das Ausfallen der kompletten Kopfbehaarung (Alopecia totalis) oder der gesamten Körperbehaarung (Alopecia universalis) kann die Folge sein.

Eine genaue Ursache ist bis heute nicht bekannt. Experten vermuten eine Autoimmunreaktion, bei der sich die Abwehrzellen gegen die Haarwurzel richtet. Die Folge ist ein gestörtes Haarwachstum wodurch das Haar schließlich ausfällt. Bekräftigt wird diese Vermutung dadurch, dass Betroffene häufig andere Autoimmunkrankheiten wie Neurodermitis oder Vitiligo (Weißfleckenkrankheit) aufweisen. Man vermutet auch, dass diese Art des Haarausfalls genetisch bedingt ist, da er häufig innerhalb der Familie auftritt.

Diese Erkrankung ist weder lebensbedrohlich, noch schmerzhaft für Betroffene. Vielmehr ist es der Leidensdruck und die psychische Belastung, unter dem die Person leidet.

Der Verlauf dieses Haarausfalls ist sehr unterschiedlich und individuell. In den meisten Fällen, wächst die kahle Stelle nach wenigen Monaten wieder zu. Oftmals ist das nachgewachsene Haar farblos und sehr fein. Das Nachwachsen kann sich aber auch über einen langjährigen Zeitraum hinauszögern oder gar ausbleiben. Auf chemische Behandlungen wie Dauerwelle, Blondieren oder Färben sollte in dieser Zeit verzichtet werden.

 

 

Diffuser Haarausfall (diffuse Alopezie)

Unter diffusem Haarausfall versteht man das gleichmäßige Lichterwerden der Haare. Dabei ist nicht wie beim andorgenetischen oder kreisrunden Haarausfall ein bestimmter Bereich betroffen, sondern das gesamte Kopfhaar.

Es gibt viele verschiedene Ursachen für diffusen Haarausfall. Stress, Depressionen, Hormonschwankungen, Medikamente, Operation, Schwangerschaft, Antibabypille, Wechseljahre, gestörte Schilddrüsenfunktion, Geschlechtskrankheiten, Infektionen, schlechte Ernährung oder radikale Diäten.

Für die richtige Therapie und Behandlung ist die Feststellung der Ursache wichtig. Das Absetzen eines Medikaments, Stressbewältigung, Therapie einer Krankheit etc., stoppt das Ausfallen der Haare. Innerhalb von sechs Monaten sollte das normale Haarwachstum wieder einsetzen.

 

 

Die beste Methode Haarausfall zu bekämpfen, ist also die Ursache zu kennen und abzuwägen, welche zum Haarausfall geführt hat. Wichtig ist, nicht in Panik zu verfallen, wenn Du ein paar mehr Haare in der Bürste findest. Beobachte zunächst, wie viele Haare es sind, ob es mehr oder weniger werden und wende Dich dann an Deinen Arzt.

 

 

 

 

 

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