Entspannt „Ja“ sagen: Expertin Clara Maier über die perfekte Hochzeitsplanung

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Heiraten kostet viele Nerven, Geld und Zeit. Sich auf diesen besonderen Tag und die eigentliche Bedeutung zu konzentrieren, fällt während der Planung vielen schwer. In Eventlocations gibt es deswegen den Beruf der „Bankettleitung Hochzeit“ – und die ist meistens näher am Geschehen als so mancher Wedding Planner. Wir haben Clara Maier, Bankettleitung Hochzeit im Bamberger Haus München, interviewt. Sie erzählt uns, was bei der Hochzeitsplanung das A und O ist, wie Ihr Streit vermeidet und was man bei einem kleinen Budget beachten sollte.


Clara, viele kennen das Berufsbild „Bankettleitung Hochzeit“ nicht – was können sich unsere LeserInnen darunter vorstellen?

Ich betreue im Haus alles, was in irgendeiner Weise mit Hochzeiten zu tun hat und bin von Anfang bis Ende in die Planung eines Brautpaares involviert! Außerdem schreibe und überarbeite ich Bankettmappen, erarbeite mit der Küche Menüs, bearbeite Anfragen und koordiniere Termine für Besichtigungen und Erstbesprechungen. Im Nachgang muss ich Angebote erstellen, nachverhandeln und mit der Geschäftsführung absprechen. Außerdem erstelle ich Tischpläne, setze Verträge auf und arbeite eng mit der Buchhaltung zusammen.

Was genau besprichst Du mit einem Paar, dass heiraten möchte?

Mit dem Brautpaar plane ich gemeinsam den Termin, welche Außenbereiche im Haus genutzt werden, welcher Raum in Frage kommt und wie die Hochzeit überhaupt werden soll – hierfür nehme ich mir gerne viel Zeit, um alle Fragen beantworten zu können. Zu klärende Fragen sind: Für wie viele Personen muss ich planen? Möchte das Paar eine freie Trauung? Welches Essen und welche Getränke werden serviert? Wird es Hochzeitsspiele geben? Welcher Dienstleister kommt in Frage? Möchte das Paar die Sissi-Traumhochzeit oder eher familiär-gemütlich? Viele kommen komplett planlos. Bei den meisten heißt es nur: „Ich möchte in einem Jahr, im Sommer heiraten.“ Ich rate dazu, wenigstens einen groben Plan vorab zu haben. Ein erstes Pro-Kopf-Budget festzulegen, ist essentiell. Und man sollte sich die Frage stellen: Möchte ich wirklich im Sommer heiraten? Kaum jemand weiß, wie es sich bei 35 Grad als Braut in einem Brautkleid und als Bräutigam in einem schwarzen Anzug anfühlt.

Was ist Deine Rolle bei der Hochzeit direkt? Bist Du bei jeder Hochzeit dabei, die Du betreust?

Ich bin auf jeden Fall dabei und schaue, dass alles läuft. Wenn die Party im vollen Gange ist, braucht man mich in der Regel nicht mehr, dann ziehe ich mich zurück. Danach geht es an die Nachbetreuung und ans Rechnungen schreiben.

Ich mag es sehr, wenn Brautpaare etwas Neues ausprobieren, was nicht jeder macht!

Was sind die Hochzeitstrends 2018?

Grundsätzlich ist es sehr gefragt, ein paar andere Abläufe zu haben. Ich hatte eine Hochzeit, da gab es erst den Empfang, dann Abendessen und anschließend eine freie Trauung unter Sternenhimmel. Außerdem geht der Trend dahin, etwas anderes zu essen – nicht immer nur Salat, Suppe, Fleisch, Dessert und Kuchen. Ich bekomme zum Beispiel immer mehr Anfragen eine Pizza-Pasta-Hochzeit zu machen, weil wir ja auch einen Italiener im Haus haben. Das Ganze aufzulockern, das Steife herauszunehmen – darin sehe ich einen großen Trend! Es wird alles familiärer und individueller. Außerdem habe ich total viele Barbecue-Hochzeiten dieses Jahr. Die Tendenz geht eher weg von Vintage und sogar weg von der Hochzeitstorte! Kleinere Kuchen wie von Oma sind angesagt, zum Beispiel Karottenkuchen. Viele gehen gleich ganz weg vom Süßen und wählen eine Käsetorte. Ich mag es sehr, wenn Brautpaare etwas Neues ausprobieren, was nicht jeder macht!

Was ist die größte Herausforderung an Deinem Job? Und was macht Dir am meisten Spaß?

Persönlich ist es für mich ab und zu schwierig, Job und Privatleben zu vereinbaren. Ich arbeite fast immer unter der Woche abends sowie freitags und samstags, denn die Brautpaare arbeiten meistens tagsüber. Beruflich gesehen ist die größte Herausforderung, zu koordinieren, dass alles perfekt läuft – Brautpaare vertrauen mir schließlich ihren „schönsten Tag im Leben“ an. Am meisten Spaß macht es mir, am Tag der Hochzeit die Gesichter zu sehen, wenn alles so ist, wie es sich die Paare vorstellen. Dann weiß ich, ich habe meinen Job richtig gemacht. Das gibt wirklich so viel zurück!

Was ist das Verrückteste, was Du in Sachen Hochzeit je erlebt hast?

Es gibt bei jeder Hochzeit verrückte Momente! Ich hatte letztes Jahr eine Braut, die mit der U-Bahn zur freien Trauung kam. Dann blieb die U-Bahn stehen und sie hatte kein Handynetz, hat niemanden erreicht und der Bräutigam stand da und hat langsam Panik bekommen … Aber die verrückteste Hochzeit letztes Jahr war die eines Paares, das in England studiert hat und großer Fan von „Pub Quiz“ war. Sie haben also ihre Hochzeit mit einem Pub Quiz verbunden. Das war sehr cool und lustig und die Fragen waren echt schwer!

Welche Kriterien sollten Brautleute beachten, wenn sie eine Location suchen?

Als erstes müssen sie sich Gedanken darüber machen, woher die Gäste kommen. Gibt es viele, die anreisen müssen? Ich finde es außerdem immer schön, wenn man mit der Location etwas verbindet. Gehe ich gerne wandern, ist vielleicht eine Hochzeit auf einer Hütte das richtige für mich. Man muss sich fragen: Was ist mir wichtig? Möchte ich in der Stadt heiraten? Soll es im Grünen sein? Brauche ich eine Location, die Open End anbietet oder reicht es für mich, wenn um 01:00 Uhr Schluss ist? Und natürlich auch: Kann ich mir meine Traum-Location leisten?

Was rätst Du Paaren, die nur ein kleines Budget haben? Gibt es Hochzeits-Spar-Tipps?

Eine Hochzeit ist immer eine teure Angelegenheit. Die Gäste müssen essen und trinken, Service-Personal ist da, man muss die Räume und die Eindeckung bezahlen. Wenn ich eher ein kleineres Budget habe, aber eine Traum-Location, die mir vielleicht im Sommer an einem Samstag zu teuer ist, sollte ich einen ungewöhnlicheren Monat wählen. Ich kann zum Beispiel im Februar oder März ganz andere Angebote stellen, als an einem Samstag im Juni. Man kann auch an einem Samstag im Februar oder Dezember toll feiern, was nicht DIE Hochzeitsmonate schlechthin sind. Jeder Monat hat seinen Vorteil! Im Februar gibt es vielleicht Schnee – eine Winterhochzeit ist auch toll! Wenn es unbedingt im Sommer sein muss, dann sollte man offen für einen Freitag sein. Freitags kann man am Preis oft etwas drehen.

Das ist Eure Hochzeit, das ist Euer schönster Tag im Leben und nicht der von jemand anderem.

Was ist Deiner Meinung nach der größte Fehler, den Paare bei der Hochzeitsplanung begehen?

Es kommt häufig vor, dass sich Paare in der Planungsphase anfangen zu streiten. Man muss sich vorher im Klaren darüber sein, dass die Hochzeitsplanung eine anstrengende Zeit wird und abstecken, was der andere will. Der größte Fehler, den Paare bei der Planung machen, ist es sich zu übernehmen. Das heißt zu früh zu planen, zu sehr in Details zu gehen und mit zu vielen Gästen zu planen. Die Gästezahl ist eine Budget-Frage und wenn ich meine Traumhochzeit feiern möchte, dann sollte ich darüber nachdenken, vielleicht 20 Gäste weniger einzuladen und mehr Geld zu haben, um so zu heiraten, wie ich es will. Ein Riesenfehler ist es auch, sich zu sehr beeinflussen zu lassen. Von Freundinnen, die gerade geheiratet haben und die vermeintlich gute Tipps haben oder der Familie, die eine bestimmte Vorstellung hat. Man muss immer wieder zu sich selbst zurückkommen. Was wollen wir? Wie wollen wir feiern? Das ist Eure Hochzeit, das ist Euer schönster Tag im Leben und nicht der von jemand anderem.

Welchen Tipp hast Du gegen Nervosität? Egal, ob Braut oder Bräutigam.

Es ist inzwischen sogar so, dass die Männer nervöser sind als die Frauen. Was wichtig ist, sich immer wieder vor Augen zu führen, dass alles klappen wird und man sich liebt. Es kommen die engsten Freunde und Familie – da kann eigentlich nichts schiefgehen! Essentiell ist ein Trauzeuge, der Dich runterbringt. Es ist nicht immer das Beste, die älteste Freundin zu wählen. Man sollte aufpassen, dass der Trauzeuge ruhig, organisiert und straight ist. Und ich persönlich bin natürlich auch da, um Bräute zu beruhigen. Bei mir geht in allerseltensten Fällen etwas schief!

Was gehört Deiner Meinung nach in die Handtasche einer Braut (oder in die der Trauzeugin)?

Das allerwichtigste sind Taschentücher. Auch ich brauche häufig welche! Ein Puder sollte unbedingt dabei sein: Irgendwann verläuft das Make-up oder man fängt an zu glänzen – und wird ständig fotografiert! Gut ist es auch, ein kleines Haarspray und ein paar Ersatz-Haarnadeln einzupacken. Wenn die Braut eine Strumpfhose trägt, sollte die Trauzeugin eine Ersatzstrumpfhose dabeihaben. Blasenpflaster sind auch immer eine gute Idee. Deine Füße schwellen an, weil Du viel stehst. Und wasserfeste Wimperntusche ist das A und O – Du wirst weinen, auch wenn Du nicht der emotionale Typ bist.

Nach Deiner Erfahrung: Deine Top 3 Mini-Checkliste für eine gelungene Hochzeit?

Das ist total schwer zu sagen, weil Paare und Hochzeiten so unterschiedlich sind. Sehr wichtig ist ein kompetenter Trauzeuge, der über alles Bescheid weiß, der sich bei den anderen Gästen durchsetzen kann und sie auch mal bremst, was Programmpunkte angeht. Weniger Programm lässt den Leuten mehr Freiraum. Was noch wichtig ist, ist eine „Save the Date“-Karte. Außerdem sollte man die Rückmeldungen rechtzeitig einfordern (nicht erst 2 Wochen vor der Hochzeit). Und ganz wichtig: In der Einladung Allergien und Essensgewohnheiten abfragen (Vegetarier oder nicht), damit man danach nicht die Arbeit hat, allen hinterher zu telefonieren.

 

 

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Bankettleitung Clara Maier sorgt im Bamberger Haus in München für eine gelungene Hochzeitsplanung. Das Bamberger Haus in München ist eine beliebte Hochzeitslocation in München.

 

 

 

 

 

 

Danke, liebe Clara, für das schöne Interview!

 

Bildquellen:

Vielen herzlichen Dank an Olga Löffler, die auf der Hochzeit unserer Autorin Lena im Bamberger Haus das wunderschöne Titelbild geschossen hat. Mehr Arbeiten von Olga findet Ihr hier. Außerdem vielen Dank an das Bamberger Haus für die zur Verfügung gestellte Aufnahme der Location.

 

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