Interview mit Mode-Bloggerin Antonia Wille: „Ich bin jeden Tag dankbar.“

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Antonia Wille ist Mitbegründerin der Modeblog-Szene, Journalistin, Modemacherin, Consultant – und immer online. Im Interview erzählt sie uns, warum sie eigentlich täglich innehalten müsste, um vor Freude „Danke“ zu rufen. Außerdem verrät sie uns ihr ganz persönliches Pflegeritual.

 

 

Du betreibst mit Amelie Kahl und Milena Heißerer amazed. Euer Modeblogazine zählt zu den wichtigsten Blogs in der Szene. Was macht es besonders?

Antonia: Auf unserem Blog stehen die Themen Mode, Beauty, Reisen sowie Lifestyle und Popkultur klar im Mittelpunkt. Aber auch feministische und politische Themen haben hier ihren Platz. Wir verstehen uns als hochwertiges Online-Magazin, das neben den schönen Dingen auch gesellschaftspolitische Themen wie sexuelle Belästigung oder auch die Bundestagswahlen anspricht.

 

 „Amazed“ feiert 2018 sein 5-Jähriges, als Bloggerin bist du seit zehn Jahren im Netz unterwegs. Heißt das, Du bist Bloggerin der ersten Stunde?

Antonia: Das kann man auf jeden Fall so sagen. Als ich 2008 während meines Zeitungsvolontariat zu Bloggen anfing, wurde ich oft belächelt. Texte im Internet schreiben und Fotos zu zeigen, war eher ungewohnt. Ganz lange habe ich mich gar nicht getraut, von meinem Blog zu erzählen – erst zwei Jahre später, als die Süddeutsche Zeitung meinen Blog in einem Zeitungsartikel erwähnte, bin ich offen damit umgegangen.

 

Wie kamst Du zum Bloggen?

Antonia: Ich habe mich schon früh für Mode und Outfits sowie Kunst und Kultur interessiert. Außerdem war Schreiben meine große Leidenschaft – sowie mein Job. Um neben meinem Volontariat auch über Themen zu schreiben, die mich persönlich interessieren, habe ich den Blog gegründet.

 

„Bloggen ist wie die Liebe.“

Was rätst Du jungen Bloggern, die nach Deinem Erfolgsrezept fragen?

Antonia: Bloggen ist wie die Liebe. Am Anfang steht die Leidenschaft. Egal, über welches Thema man bloggt, man sollte dafür brennen. Als ich begann, konnte man noch kein Geld damit verdienen, sodass immer die Freude dabei mein innerer Motor war. Wer mit Leidenschaft ans Bloggen geht, wird erfolgreich sein, denn auch der Leser spürt, warum man etwas tut.

Ebenfalls wichtig: Qualität. Es darf nicht einfach nur Content produziert werden, damit welcher da ist. Du musst immer überlegen, welchen Mehrwert hat mein Leser davon. Und zuletzt: Authentizität ist sehr wichtig. Wer bin ich? Wie will ich rüberkommen? Was macht mich unverwechselbar? Am besten man findet seinen ganz eigenen Weg und bleibt sich treu.

Und natürlich: einfach machen – aber auch Geduld haben!

 

Wie lange hat es gedauert bis sich der Erfolg auch finanziell einstellte?

Antonia: Vor amazed habe ich fünf Jahre lang allein gebloggt, und erst ab 2011 hin und wieder ein paar Kooperationen realisiert. Mit der Gründung von amazed und dem Zusammenschluss mit Amelie und Milena, ging auch der Anspruch einher, langfristig mit dem Blog Geld zu verdienen. Heute verdienen wir mit amazed jeweils eine Basis für unser Freiberufler-Dasein. Aber Erfolg lässt sich nicht nur über Zahlen definieren. Mir ist eine kleine treue Kernzielgruppe, der wir qualitativ hochwertigen Inhalt bieten können und die diesen auch zu schätzen weiß, viel wichtiger als eine Million Follower. Wir haben aktuell eine Reichweite von zirka 45.000 einzelne Blogleser, 15.000 Follower auf Instagram und knapp 14.000 Fans auf Facebook.

 

 Fünf Jahre bloggen ohne Geld zu verdienen – wie hast Du das durchgehalten?

Antonia: Bloggen war nie mein Hauptberuf, sondern vor allem die ersten fünf Jahre mehr ein Hobby. Ich bin freie Journalistin und habe immer freiberuflich für verschiedene Medien wie beispielsweise „Münchner Merkur“ und die „tz“ gearbeitet. Ich verstehe mich heute nicht nur als Bloggerin, sondern in erster Linie als Online-Redakteurin. Zudem arbeite ich als freie Autorin, Digital Consultant und Dozentin für Social Media.

 

 „Zeit ist am Ende sehr viel mehr wert, als Geld.“

Mode-Bloggerin Antonia Wille gibt spannende Einblicke in Ihre Tätigkeit als Mode-Bloggerin. Erfahre mehr über Ihre Geschichte und Ihre Leidenschaft.

Quelle: Antonia Wille

 

 

Bleibt bei dem Arbeitspensum noch Zeit zum Leben?

Antonia: Es gab Zeiten, in denen ich gefühlt rund um die Uhr gearbeitet habe. Aber irgendwann sagt der Körper Das reicht jetzt. Für jeden Freelancer ist es am Anfang sehr schwierig, das richtige Maß zu finden. Schließlich schwingen auch Existenzsorgen und Unsicherheiten mit. Aber immer mehr, immer weiter macht auf Dauer nicht glücklich – sondern vielleicht der wirkliche Feierabend. Heute arbeite ich meistens normal von 8 bis 18 Uhr, fünf Tage die Woche. Unsere Gesellschaft strebt immer nach mehr Erfolg, nach mehr Geld. Aber der wahre Erfolg liegt für mich persönlich darin,  dass ich die Freiheit habe, mein Hobby zum Beruf gemacht zu haben, jeden Tag mit Freude meinen Job mache und ich die große Freiheit habe, mein eigener Chef zu sein und meine Zeit frei einteilen zu können. Zeit ist am Ende sehr viel mehr wert, als Geld.

 

Was macht Dich gerade so besonders glücklich?

Antonia: Dass ich meinen Traumjob habe. Dass ich gesund bin und alles gut läuft. Und dass ich zum Beispiel die Freiheit habe, einfach ins Café zu gehen und mich mit meinem Laptop in die Sonne zu setzen. Ich spüre so viel Dankbarkeit in mir. Ich müsste jeden Tag innehalten und vor Glück „Danke“ rufen.

 

„Ich müsste jeden Tage innehalten und vor Glück „Danke“ rufen.“

Du hast auch schon viel über Beauty geschrieben. Wie sieht Dein Gesichtspflege-Ritual aus?

Antonia: Ich bin der natürliche Pflege-Typ. Bei mir läuft alles ganz unkompliziert ab, außerdem muss es schnell gehen. Morgens reinige ich mein Gesicht einfach nur mit einer Waschlotion, anschließend trage ich eine Tagescreme mit Lichtschutzfaktor auf. Abends schminke ich mich gründlich mit einer Reinigungslotion ab – und zwar immer, auch wenn es mal sehr spät wird. Vor dem Schlafengehen trage ich noch einen Feuchtigskeitsfluid sowie eine Augencreme auf. Außerdem schlafe ich auf einem Kopfkissen mit Seidenbezug. Ich habe gehört, das soll gut für Haut und Haare sein. Ob’s was hilft? Zumindest ist es weich (lacht).

 

Bei der Körperpflege bist Du bekennende „Umweltsünderin“. Was meinst Du damit?

Antonia: Ich achte wirklich sehr auf die Umwelt, nur muss ich leider bei einer Sache eine Ausnahme machen: Baden. Ich liebe es abends zu baden. Nach einem anstrengenden Tag in die Badewanne steigen, das ist für mich Entspannung. Gerade auch nach dem Sport ist es eine richtige Wohltat. Ich jogge regelmäßig und mache High-Intensity-Intervall-Training sowie Yoga. Ich bin sportlich immer draußen unterwegs, auch im Winter bei – 11 Grad. Umso schöner ist danach ein ausgiebiges Bad. Anschließend creme ich den ganzen Körper mit einer reichhaltigen Bodylotion ein.

 

Vielen Dank für das Interview.

 

Antonia Wille (1986 geboren) hat Theater- und Filmwissenschaften, Italianistik sowie Germanistik in München studiert. 2013 gründete sie zusammen mit Milena Heißerer, Amelie Kahl das Mode-Blogmagazin „amazed“ und ist girl boss. In ihrer Arbeit als freie Journalisten für Print- und Onlinemedien (z. B. „Münchner Merkur“, „tz“) geht sie voll auf, eben Karla Kolumna durch und durch. Als Digital Consultant und Social Media Beraterin gibt sie allen Blogger-Newcomer Starthilfe.

 

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